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EDITORIAL: 20 Jahre PDF - 10 Jahre PDF/X (A / *****)Liebe PDF-Anwender, Aus Anlass eines runden Geburtstages erscheint wieder einmal eine Ausgabe von PDF-AKTUELL. Vor zwanzig Jahren stellte der Adobe-Gründer John Warnock auf der Seybold-Konferenz in San Jose das Konzept von PDF zum ersten Mal öffentlich vor. Das Projekt wurde intern unter dem Codenamen Camelot gestartet. Damals wurde das neue Datenformat noch Interchange PostScript (IPS) genannt und sollte als Electronic Paper das papierlose Büro ermöglichen. Ich erinnere mich noch gut, wie Warnock die Titelseite von ComputerWeek auf dem Mac in eine Datei druckte, diese auf eine Diskette kopierte und dann in einem Programm namens "Carousel" (der Codename von Acrobat) auf einem Windows-Rechner geöffnet hat. Und die Seite sah auf dem PC dank der eingebetteten Fonts identisch aus wie auf dem Mac. Damals war dies eine Sensation, denn ein plattformübergreifender Datenaustausch von gestalteten Seiten galt als unmöglich. (Witzigerweise hat Adobe vor wenigen Tagen eine neue Foto-App namens Adobe Carousel angekündigt!) PDF war anfänglich ausschliesslich für den Bürobereich gedacht. Am Anfang konnte PDF nur RGB-Farben aufnehmen. Erst später kamen CMYK und Sonderfarben hinzu. Trotzdem war es lange Zeit schwierig, mit PDF alle Druckvorlagen zu definieren. Olaf Drümmer und ich haben 1998 an einer Seybold-Konferenz in New York ein Whitepaper einer deutschsprachigen Expertengruppe vorgestellt. Darin wurde aufgelistet, was in PDF alles noch fehlt, um alle (damaligen) Bedürfnisse der Druckvorstufe zu erfüllen. In PDF 1.3 wurden die meisten Forderungen dann von Adobe umgesetzt. Damit war die Basis für den ersten ISO-Standard für den Austausch von digitalen Druckvorlagen geschaffen. Vor 10 Jahren wurde PDF/X-1a:2001 veröffentlicht. Damit war es erstmals möglich, eindeutig definierte Druckvorlagen in CMYK und Sonderfarben auszutauschen. Ein Jahr später kam dann PDF/X-3:2002 hinzu, das auch ICC-basierte Farben erlaubte und damit medienneutrale Druckvorlagen ermöglichte. Die Transparenz, die überraschend mit PDF 1.4 eingeführt wurde, hat dann allerdings die Medienneutralität von PDF/X-3 wieder zu nichte gemacht, da bei der für PDF/X-3 notwendigen Transparenzreduktion die ICC-basierten Farben ganz oder teilweise verloren gehen. Deshalb haben wir 2005 in der ISO-Arbeitsgruppe die PDF/X-4 Spezifikation erarbeitet, die neben Transparenz auch Ebenen zulässt. Allerdings waren im ersten PDF/X-4:2008 Standard Ebenen nur als sogenannte Ebenenkonfigurationen zugelassen. Das ist gut geeignet um unterschiedliche (Sprach-)Versionen eindeutig zu definieren, hat sich aber in anderen Bereichen (z.B. Verpackung) als zu starr erwiesen. Das Verpackungs-Kommittee der Ghent PDF Workgroup (GWG) hat aus diesem Grund der ISO beantragt, die Ebenendefinitionen in PDF/X-4 zu lockern. Das war der Hauptgrund für den Ersatz von PDF/X-4:2008 durch PDF/X-4:2010. Die neuen Ebenendefinitionen werden vom kürzlich erschienen InDesign CS 5.5 (aber nicht von Illustrator CS 5.5) sowie Acrobat X unterstützt. In der Zwischenzeit hat sich auf der Empfängerseite in den Druckereien auch einiges getan. In den Ausgabe-Workflowsystemen werden die alten PostScript-RIPs, die Transparerenzen nicht direkt verarbeiten können, durch native PDF-RIPs (z.B. Adobe PDF Print Engine) ersetzt. Damit sind die Voraussetzungen für die qualitiv einwandfreie Ausgabe von Transparenzen geschaffen. Höchste Zeit also, sich mit PDF/X-4 zu beschäftigen und die 10 Jahre alten PDF/X-1a- und PDF/X-3-Workflows abzulösen. Aus diesem Grund habe ich ein neues Seminar mit dem Titel PDF/X-4 - der neue Standard in der Druckvorstufe erarbeitet: Dieses wird in diesem Jahr an folgenden Orten Weitere Termine (auch an weiteren Orten (wie z.B. Hannover und Berlin) folgen im nächsten Jahr. Ausserdem wird die PDF Master Class an folgenden Terminen Details zu den Veranstaltern findet man hier. Ich würde mich freuen, Sie an einem dieser Seminare
Stephan Jaeggi ADOBE: Interchange PostScript (A / ****)Dieses Dokument wurde 1991 auf der Seybold Conference in San Jose verteilt. Darin wurde zum ersten Mal öffentlich das Konzept von PDF vorgestellt. Damals hiess das neue Format noch Interchange PostScript (IPS). ADOBE: Camelot Projekt (A / ***)Die Camelot Projektbeschreibung von Adobe-Gründer John Warnock gilt als der Beginn der PDF-Entwicklung. Er beschreibt darin das Grundprinzip von PDF und die Zusammenhänge resp. Unterschiede zu PostScript. Im Laufe der Weiterentwicklung ist es allerdings (v.a. aus Performancegründen) zu einigen Abänderungen des hier beschrieben Konzepts. WHITEPAPER: PDF for Prepress (P / ****)Das Whitepaper PDF for Prepress, verfasst von einer deutschsprachigen Expertengruppe, wurde auf der Seybold Conference in New York im Frühling 1998 von Olaf Drümmer und Stephan Jaeggi vorgestellt. SEYBOLD 98: PDF Workflow (P / ****)Auf der Seybold Conference in New York hielt Stephan Jaeggi einen Vortrag über den damaligen Stand des PDF Workflows. SEYBOLD 99: Results of Whitepaper (P / ****)Ein Jahr später, am PDF Day auf der Seybold Conference in Boston, konnte Stephan Jaeggi u.a. die Reaktionen auf Whitepaper und die erzielten Resultate präsentieren. Die darin erwähnte 2. Version des Whitepaper hat es allerdings dann doch nicht gegeben. PREPRESSURE: History of PDF (A / ***)Der belgische GWG-Kollege Laurens Leurs hat auf seiner (privaten) Homepage eine kurze History of PDF publiziert.
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